Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Verden

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Inhalt: Nassbaggerungen auf der Mittelweser

An natürlichen Fließgewässern kommt es aufgrund  von Wassermenge und –strömung  zu einem ständigen Geschiebetransport von Sedimenten. Diese Sedimente bestehen an der Mittelweser aus sandigem, kiesigen Material.

Bei erhöhten Abflüssen und damit zunehmender Strömungsgeschwindigkeit nimmt der Geschiebetransport zu und es kommt im Flussbett zu Erosionen und Sedimentationen (Ablagerungen). Dabei lagert sich das Material insbesondere im Bereich von Innenkurven ab.

Wenn sich die Sedimente innerhalb der Fahrrinne ablagern, können sie zu Hindernissen für die Schifffahrt werden: Es entstehen „Untiefen“.  Zur Überwachung der Fahrrinne für die Schifffahrt und zur genauen Ermittlung der zu beseitigenden Untiefen werden die Flussstrecken regelmäßig mindestens zweimal im Jahr nach einem festgelegten Peilplan mit dem Messschiff „Visurgis“ in ihrer Tiefe vermessen, d.h. „gepeilt“. Die Streckenbereiche, in denen die Fahrrinne durch Untiefen eingeschränkt ist, werden zunächst durch Fahrrinnentonnen gekennzeichnet und der Schifffahrt durch Bekanntmachung angezeigt.

Um die Sicherheit und Leichtigkeit der Schifffahrt auf der Mittelweser dauerhaft gewährleisten zu können, müssen die Untiefen innerhalb der vorzuhaltenden Fahrrinne ständig durch Nassbaggerungen beseitigt werden.
Das sandig-kiesige Material ist unbelastet von Schadstoffen, da sich Schwermetalle nicht an die vorgefunden Korngrößen binden.
Das Baggergut kann daher zur Stabilisierung der Sohle und zur Verbesserung der morphologischen Verhältnisse in vertiefte Flussabschnitte, sog. "Übertiefen", umgelagert werden. So wird auch das dynamische Gleichgewicht zwischen Erosion und Sedimentation erhalten.

Unter Nassbaggerungen versteht man Unterwasser-Baggerungen mit einem schwimmenden Baggergerät. Auf der Mittelweser werden die Nassbaggerarbeiten sowohl von Unternehmern, die im Auftrag des WSA Verden tätig sind, als auch im Regiebetrieb des WSA ausgeführt.

 

Der im Regiebetrieb eingesetzte Schwimmgreifer „Stolzenau“ steht dem WSA seit April 2011 als Nachfolger für den vormaligen Eimerkettenbagger "Nienburg" zur Verfügung. Der SG "Stolzenau" lädt das Baggergut in Klappschuten, die vom Schubboot "Büffel" zur Klappstelle (der für die Unterbringung vorgesehenen Übertiefe) transportiert werden. Dort wird der Laderaum der Klappschuten durch Auseinanderklappen beider Schiffshälften entleert.                                                                                    

Jährlich sind ca. 10 bis 12 Untiefen mit einer Gesamtbaggermenge von rd. 50.000 m³ durch Nassbaggerungen zu beseitigen.  Die Nassbaggerarbeiten werden mittelfristig zu ca. 1/3 im Regiebetrieb vom SG „Stolzenau“ und zu ca. 2/3 durch Unternehmer im Auftrag des WSA ausgeführt.